Unser Wild

Auf den folgenden Seiten finden Sie eine Kurzbeschreibung der häufigsten bei uns vorkommenden bejagbaren Wildarten.

Rehwild (Capreolus capreolus)
Schulterhöhe: bis 75 cm
Gewicht: Bock bis 30 kg, Geißen bis 25 kg
Gebiss: 32 Zähne
Das Reh ist in Mitteleuropa der häufigste Vertreter der Hirsche. Das Reh unterliegt dem Jagdrecht und wird dort dem Schalenwild zugeordnet. Das männliche Tier wird Bock genannt, das weibliche Tier nach Vollendung des ersten Lebensjahres Schmalreh und in den folgenden Jahren Geiß. Das Junge heißt im ersten Lebensjahr Kitz. Die Kitze werden nach Geschlecht als Bockkitz und Rickenkitz unterschieden. Der Zahnwechsel in das Dauergebiss ist mit spätestens 15 Monaten beendet.
Geschlechtsreife erfolgt mit ca. acht Monaten. Die Brunft (Blattzeit) ist von Mitte Juli bis Mitte August. Durch die so genannte Eiruhe (Fötus entwickelt sich erst ab Dezember), beträgt die Tragzeit ca. zehn Monate. Gesetzt werden ein bis zwei Kitze, selten drei.
In Deutschland die häufigst vorkommende Schalenwildart. Das Reh ist sehr anpassungsfähig und deshalb ein erfolgreicher Kulturfolger.
Als Bewegungsseher, es vernimmt und windet sehr gut, äugt Rehwild sehr schlecht. Rehe bevorzugen Bereiche mit ausreichender Deckung und Äsungsvielfalt, wie Buschwerk und abwechslungsreiche Waldrandzonen. Bezüglich der Ernährungsweise spricht man von einem Konzentratsselektierer. Der Nahrungsbedarf beträgt beim Rehwild ca. vier bis fünf kg Futter, die in bis zu zwölf Äsungsperioden täglich aufgenommen werden. Dabei ist das Rehwild sehr wählerisch, man spricht von naschhaft. Nur die zartesten Blüten und Triebe werden angenommen. Im Winter vereinigen sich Rehe zu Familienverbänden( „Sprünge“ genannt). Territorialität ist nur bei Böcken bekannt, und dies auch nur vor der Brunft bis Mitte August, wenn die Einstände als Reviere neu bezogen und auch verteidigt werden, und während der Brunft (Blattzeit). Beim Markieren ihrer Reviere verwenden sie Duftdrüsen an Kopf und Beinen und auch Urin. Außerhalb dieser Zeiten leben insbesondere ältere Böcke einzelgängerisch und verteidigen ihr Revier nicht, sind jedoch relativ standorttreu.

Rehwild

Schwarzwild (Sus scrofa)
Schulterhöhe: ca. 1,1 m
Gewicht: Keiler bis 200 kg, Bache bis 100 kg
Gebiss: 44 Zähne.
Einziges in Deutschland lebendes Schalenwild, das kein Wiederkäuer ist. Das Schwarzwild ist ein Allesfresser und sehr anpassungsfähig, in Mitteleuropa nimmt es vor allem durch den verstärkten Anbau von Mais derzeit stark zu und wandern verstärkt in besiedelte Bereiche ein. Das männliche Tier wird als Keiler, das weibliche als Bache und die Jungtiere als Frischlinge bezeichnet.
Das Schwarzwild lebt in Rotten zusammen. Keiler sind Einzelgänger und finden sich nur zur Rauschzeit bei der Rotte ein. Schwarzwild wurde durch den erhöhten Freizeit- und Jagddruck nachtaktiv. Tagsüber stehen sie im Dickicht. Man spricht bei Einzelstücken vom Lager, bei der Rotte vom Kessel. Schwarzwild suhlt, benötigt aber dabei so genannte Mahlbäume an denen es seine Schwarte (Schild) reibt. Schwarzwild hat ein kräftiges Gebrech (Rüssel) mit dem es den Boden auf der Suche nach essbaren Wurzeln, Würmern, Engerlingen, Mäusen, Schnecken und Pilzen durchwühlt. Wildschweine fressen neben Wasserpflanzen auch Blätter, Triebe und Früchte zahlreicher Holzgewächse, Kräuter und Gräser. Als Allesfresser nehmen sie auch Aas und Abfälle an. Gelegentlich fallen ihnen auch Eier und Jungvögel bodenbrütender Vögel zum Opfer. An trockengefallenen Gewässern fressen sie sogar Muscheln. Eine besondere Rolle im europäischen Verbreitungsgebiet spielen in der Nahrung von Wildschweinen die Früchte von Eichen und Buchen. In Jahren, in denen diese Bäume besonders gut tragen (so genannte Mastjahre), leben Wildschweine monatelang überwiegend von diesen Früchten. Schwarzwild kann erheblichen Schaden auf landwirtschaftlichen Nutzflächen verursachen, vor allem dann, wenn Eichen und Buchen nicht ausreichend Frucht angesetzt haben und es daher bevorzugt auf den landwirtschaftlichen Feldfluren auf Nahrungssuche gehen.

Sauen winden ausgezeichnet und vernehmen vorzüglich, sie äugen ausgesprochen schlecht. Es kann sich mit Hausschweinen kreuzen.
Bei Angriffen haut der Keiler, während das Schwein beißt. Die Eckzähne beim Keiler heißen oben Haderer, unten Gewehre. Die Eckzähne bei der Sau heißen Hacken – alle Zähne werden als Gewaff bezeichnet. Sie sind wurzellos und wachsen immer weiter. Sauen sind Allesfresser. Abhängig vom Nahrungsangebot werden Bachen im zweiten Lebensjahr rauschig. Bei guten Bedingungen können aber schon Frischlingsbachen im ersten Lebensjahr rauschig werden. Die Leitbache gibt den Ausschlag für die Rauschzeit. Die Rauschzeit beginnt im November/Dezember und dauert bis März. Die Tragzeit beträgt ca. vier Monate. Vor dem Frischen sondert sich die Bache von der Rotte ab und baut einen Wurfkessel. Die Anzahl der Frischlinge beträgt drei bis zehn Stück, wobei die Bache nur acht Zitzen hat. Bei Vollmastjahren kann es zur zweiten Rauschzeit kommen. Die Frischlingsstreifen werden im Herbst abgelegt. Das Haarkleid des Schwarzwilds ist im Sommer graubraun bis schiefergrau, im Winter braunschwarz bis schwarzgrau. Das Winterhaar ist länger und gröber. Alle Borsten sind im Sommer und Winter an der Spitze geteilt.
Zur Altersschätzung wird beim Keiler die Abschleiffläche des Gewaffs genommen. 1 cm entspricht ca. einem Lebensjahr. Zahnlängen über 20 cm sind keine Seltenheit. Im Gegensatz zu Rotwild (entspricht ungefähr der Schalengröße) drückt sich beim Schwarzwild immer das Geäfter ab. Der Schritt ist kürzer und der Schrank enger als beim Rotwild.

Schwarzwild

Stockente (Anas platyrhynchos)
Länge: 54–58 cm
Spannweite: 88–92 cm
Gewicht: 1000–1200 g
Die Stockente ist die größte und am häufigsten vorkommende Schwimmente Europas. Sie besiedelt sowohl Gewässer aller Art in der Stadt als auch Kleinstgewässer in der Ackerflur. Ähnlich anspruchslos ist sie in ihrer Nahrung. Hauptnahrung sind Wasser- und Landpflanzen, Samen, Eicheln, Bucheckern sowie Getreide, im Sommer aber auch Schnecken, Würmer, Kaulquappen und Krebse. Die männliche Ente wird Erpel genannt. Das Prachtkleid des Männchens ist grau mit brauner Brust, bräunlichem Rücken und schwarzen Ober- und Unterschwanzdecken. Der Kopf ist metallisch grün mit weißem Halsring darunter, der Schnabel grün-gelb. Am Hinterrand der Flügel befindet sich ein metallisch blaues, weiß gesäumtes Band, der „Spiegel“. Die Schwanzspitzen sind aufgerollt (Erpellocken). Das Männchen trägt im Zeitraum zwischen Juli und August sein Schlichtkleid und sieht dabei dem Weibchen zum Verwechseln ähnlich. Lediglich die Schnabelfärbung liefert den Hinweis auf das Geschlecht: der Schnabel des Männchens ist weiterhin deutlich gelb, wogegen der Schnabel des Weibchens dunkelgrau bis braun ist.
Bereits im Spätherbst findet die so genannte Verlobungszeit statt, die im Frühjahr mit der so genannten Reihzeit beendet ist. Fremde Erpel bedrängen dabei die Weibchen und werden vom dazugehörigen Erpel ständig verfolgt und verscheucht. Dabei kann es zu einem Hintereinanderreihen mehrerer Erpel bei einer Ente kommen. Nach der Paarung ziehen die Erpel in die Mauserquartiere. Sie nehmen nicht am Brutgeschäft teil. Das Nest kann sowohl im Schilf am Boden, als auch in Kopfweiden, Löchern in Parkmauern oder Fichtendickungen sein. Bei Verlassen des Nests wird es von der Ente sorgfältig zugedeckt. Das Gelege kann zwischen sieben und elf olivbraune Eier enthalten, die im Durchschnitt 28 Tage bebrütet werden. Die Küken sind Nestflüchter und nach acht Wochen flugfähig.
Feinde: hauptsächlich während der Brutzeit Fuchs, Marderartige, Wanderratten und Rabenvögel.

Federwild

Feldhase (Lepus europaeus)
Länge: bis zu 65 cm
Gewicht: bis zu 5,5 kg
Gebiss: 28 Zähne
Gehört zur Familie der Hasenartigen.
Der Feldhase ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, vor allem am Anfang der Fortpflanzungszeit im Spätwinter und im Frühjahr aber auch tagaktiv. Die Tiere sind außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger und ruhen am Tag in flachen, meist gut gedeckten Mulden. Bei Gefahr „drücken“ sie sich bewegungslos an den Boden und ergreifen erst im letzten Moment die Flucht. Feldhasen erreichen dabei über kurze Distanz Geschwindigkeiten bis zu 70 km pro Stunde und springen bis zu 2 m hoch. Die Tiere können auch gut schwimmen. Im Gegenteil zu den Nagetieren besitzten die Hasenartigen ein zweites Schneidezahnpaar, die so genannten Stiftzähne. Vom Wildkaninchen durch die langen Löffel mit schwarzer Spitze, den hochläufigen Körperbau sowie von hinten an der bei Flucht verdeckten Blume gut zu unterscheiden.
Da die Häsin dreimal, seltener viermal setzt, geht die Rammelzeit von Januar bis in den August hinein. Nach einer Tragzeit von ca. 42 Tagen werden zwei bis vier behaarte, sehende, ca. 130 g schwere Junge an verschiedenen geschützte Stellen geworfen.
Junghasen sind Nestflüchter und werden nur zwei- bis dreimal pro Tag während der Säugezeit (ca. 35 Tage) von der Häsin besucht. Durch die Tarnfärbung, die geringe Witterung und die angeborene Fähigkeit, sich bei Gefahr regungslos zu drücken, sind sie vor Feinden einigermaßen geschützt. Nach Ablauf der Säugezeit sind die Hasen selbstständig. Der Rammler beteiligt sich nicht bei der Aufzucht. Geschlechtsreif werden Feldhasen mit neun Monaten. Mit zehn Monaten sind Feldhasen ausgewachsen. Dies erkennt man am Fehlen des Strohschen Zeichens, einer knotenartigen Verdickung an der Außenseite des Vorderlaufs etwas oberhalb der Fußwurzel. Dem Alter entsprechend werden Hasen als Quarthase (ein bis zwei Monate), Halbhase (zwei bis drei Monate), Dreiläufer (drei bis vier Monate) und Junghase (vier bis neun Monate) bezeichnet. Feldhasen ernähren sich wie alle Echten Hasen ausschließlich pflanzlich, sie fressen grüne Pflanzenteile, aber auch Knollen, Wurzeln und Getreide sowie vor allem im Winter die Rinde junger Bäume. Neben der eigentlichen Losung, die als ca. 14 mm große, harte, hellgraue/hellbraune Kugeln mit sichtbarem Rohfaseranteil ausgeschieden werden, gibt es auch die Blinddarmlosung. Die weiche, vitamin-, bakterien- und spurenelementereiche Losung wird im Blinddarm produziert und vom Hasen wieder aufgenommen und verschluckt. Feinde: Fuchs, Dachs, Marder, Wiesel, Iltis, Habicht, Eule, Krähe, streunende Hunde und Katzen. Die intensive Landwirtschaftsnutzung, Einsatz von Bioziden und der Straßenverkehr setzen den Feldhasen stark zu. Es überleben nur 25 % des Besatzes ihr erstes Lebensjahr.

Feldhase

Rotfuchs (Vulpes vulpes)
Körperlänge: bis zu 130 cm
Schulterhöhe: bis 40 cm
Gewicht: bis zu 10 kg
Gebiss: 42 Zähne
Gehört zur Familie der Hundeartigen (Canidae).
Der ausgewachsene Fuchs hat außer dem Steinadler keine natürlichen Feinde in Deutschland. Obwohl der Fuchs vorne fünf Zehen und hinten nur vier hat, bilden sich im Trittsiegel des Vorderlaufs durch die höher gelegte fünfte Zehe nur vier ab. Der Abdruck ist ovaler als der des Hundes. Typisches Fährtenbild ist das Schnüren, das Hintereinandersetzen der Abdrücke auf einer Linie.
Er besitzt wie alle Hundeartigen 28 Zähne im Milchgebiss und 42 Zähne im Dauergebiss. Geruchs- und Gehörsinn sind hervorragend ausgebildet. Geschlechtsreif wird die Fähe mit ca. neun Monaten. Während der Ranzzeit zwischen Januar und Februar kann die Fähe von mehreren Rüden gedeckt werden. Nach einer Tragzeit von ca. 53 Tagen werden drei bis sechs blinde (12–14 Tage), behaarte, im Durchschnitt 80–100 g schwere Welpen geworfen. Die Aufzucht erfolgt meistens durch die Fähe alleine. Da auch andere Färbungen des Balges möglich sind, wird entsprechend vom Birkfuchs ( helles Fell ), Kohlfuchs oder Brandfuchs ( sehr dunkles Fell ) und vom Kreuzfuchs (dunkler Streifen quer zur Schulter und längs des Rückens) gesprochen. Die meist umfangreiche Bauanlage besitzt neben der Hauptröhre mehrere Fluchtröhren. Die beim Graben anfallende Erde wird zum Ausgang befördert und dort nach allen Seiten verstreut, so dass sich ein fächerförmiger Wall um den Eingang bildet. Allerdings wird nicht immer ein großer Bau gegraben; Füchse nehmen auch einfache Behausungen unter Gartenhäusern, Baumstümpfen oder Felsspalten für die Jungenaufzucht an. Zudem können sie alte Baue von Dachsen übernehmen; wenn der Bau groß genug ist, kommt es auch vor, dass Fuchs und Dachs gemeinsam darin wohnen. Besetzte Fuchsbauten erkennt man an herumliegenden Beuteresten, dem blankem Sandboden und Fußspuren. Obwohl man Wohn-, Not- und Wurfbaue beim Fuchs kennt, lebt er doch überwiegend außerhalb seines Baus.
Der Nahrungsopportunist Rotfuchs stellt an seinen Lebensraum keine besonderen Anforderungen. Wälder, Grasland, Äcker und in jüngerer Zeit zunehmend auch Siedlungsgebiete sind unterschiedlich geeignete Lebensräume für den Rotfuchs. Er ist somit ein Kulturfolger. Füchse sind Allesfresser, neben Niederwild hat er sich auf Mäuse, Regenwürmer, Schnecken, Käfer und Obst spezialisiert. Während der Aufzucht und durch die zunehmende Besiedlungsdichte ist der Fuchs häufig in Wohngebieten oder auf Höfen anzutreffen ist, wo er den Hausmüll oder Misthaufen nach Fressbarem durchsucht.

Fuchs

Dachs (Meles meles)
Länge: 80–100 cm
Schulterhöhe: bis 30 cm
Gewicht: bis zu 20 kg
Gebiss: 38 Zähne
Gehört zur Familie der Marderartigen (Mustelidae),Gruppe der echten Marder.
Er ist der größte Vertreter dieser Familie. Der Dachs bewohnt fast ganz Europa. Dachse sind fast ausschließlich nachtaktiv. In den kälteren Gegenden halten sie eine Winterruhe, die je nach klimatischen Verhältnissen einige Tage bis mehrere Monate dauern kann.
Der monogam lebende Dachs ranzt zwischen Juli und August. Die Dächsin geht einschließlich der Eiruhe ca. sieben und acht Monate dick und bringt zwischen Februar und März zwei bis fünf schwach behaarte maulwurfgroße Junge zur Welt. Diese öffnen ihre Augen nach 28–35 Tagen. Säugezeit ca. 16 Wochen. Geschlechtsreif wird der Dachs zwischen 18 und 24 Monaten.
Der Schädelknochen hat einen ausgeprägten Knochenkamm in Längsrichtung sowie einen fest verankerten Unterkiefer. Diese beiden Merkmale fehlen bei Fuchs und Hund. Der Dachs sieht nur mäßig, hat einen sehr guten Geruchssinn sowie einen guten Hörsinn. Das Trittsiegel ist sehr gut an den Abdrücken der langen Nägel zu erkennen (Vorderlauf wesentlich längere Krallen).
Der Dachs gräbt sich im Waldboden einen Bau, der einen Durchmesser von 30 Metern haben kann. In etwa fünf Meter Tiefe liegt der Wohnkessel, der über zahlreiche Gänge mit der Oberfläche verbunden ist. Diese Gänge dienen der Luftzufuhr und als Ein- und Ausgänge. Im Gegensatz zum Fuchs polstert der Dachs den Kessel seines Baues mit trockenem Laub, Moos oder Farnkraut aus. Dachsbaue können bis zu 100 Jahre alt werden. Jede Generation dehnt ihn weiter aus und fügt weitere Wohnkammern hinzu. In größeren Bauanlagen leben neben dem Dachs auch noch andere Tiere, z.B. der Fuchs. In diesem Fall bezieht der Fuchs die obere, der Dachs die untere Etage. Dachsbaue sind leicht durch das Geschleife (rinnenförmiger Zugang in den Bau) und an den Dachsaborten (kleine Kuhlen, in denen sich der Dachs löst) von Fuchsbauen zu unterscheiden. Der Dachs lebt sehr sozial in Familien, geht aber als Einzelgänger auf die Jagd. Er ist eher als Sammler zu bezeichnen. Zu seinem Nahrungsspektrum zählen neben Käfern, Schnecken, Larven und Würmern auch Eier von bodenbrütenden Vögeln sowie Junghasen und Mäuse. Obst und Pilze werden genauso gerne genommen wie Getreide, vor allem Mais in der Milchreife. Die Suche mit der Nase im lockeren Boden wird als stechen bezeichnet.

Dachs

Steinmarder (Martes foina)
Länge: 40-55 cm
Schulterhöhe: bis 12 cm
Gewicht: bis zu 2,3 kg
Gebiss: 38 Zähne
Gehört zur Familie der Marderartigen (Mustelidae). Er ist etwas größer als der Baummarder
Gruppe der echten Marder.
Steinmarder sind in erster Linie nachtaktiv, tagsüber ziehen sie sich in ein Versteck zurück. Natürliche Verstecke sind unter anderem Felsspalten, Steinhaufen oder verlassene Baue anderer Tiere (sie selber graben keine Baue). Als Kulturfolger bewohnt er nicht selten Ställe, Dachböden und Schuppen, im Wald Baumstammlager oder Reisighaufen. Die Nester werden mit Haaren, Federn oder Pflanzenmaterial gepolstert. In der Nacht geht er auf Nahrungssuche, wobei er sich vorwiegend am Boden fortbewegt. Er kann zwar gut klettern, steigt jedoch selten höher auf Bäume hinauf.
Es sind territoriale Tiere, die ihr Revier mit dem Sekret von Duftdrüsen markieren und zumindest gegen gleichgeschlechtliche Steinmarder verteidigen. Die Reviergröße ist variabel, jedoch kleiner als die des Baummarders. Die Spannbreite beträgt zwischen 12 und 210 Hektar und hängt unter anderem vom Geschlecht (Rüden haben größere Reviere als Fähen), von der Jahreszeit (im Winter sind sie kleiner als im Sommer) und vom Nahrungsangebot ab.
Wie die meisten Marder sind Steinmarder Einzelgänger, die außerhalb Ranzzeit im Juli/August getrennt leben. Die Fähe geht einschließlich der Eiruhe ca. neun Monate dick und bringt zwischen März/April zwei bis vier fast nackte ca. 30 g schwere Junge zur Welt. Diese öffnen ihre Augen nach 34–38 Tagen. Säugezeit ca. acht Wochen. Geschlechtsreif werden die Marder zwischen 18–24 Monaten. Als Unterscheidungsmerkmale gegenüber dem Baummarder dienen der gegabelte weisse Kehlfleck, die kleineren Ohren, der fleischfarbene Nasenschwamm, sowie beim Schädelknochen die Einbuchtung des letzten Molares im Oberkiefer. Das Trittsiegel unterscheidet sich durch einen sichtbaren Ballenabdruck, da seine Branten nicht behaart sind. Seine Sinne sind hervorragend ausgebildet.
Zu seiner Beute zählt alles was er bezwingen kann. Hase, Kaninchen,Vögel und deren Gelege, Mäuse und Ratten. Durch die menschliche Nähe ist der Anteil Hühnern und Tauben sowie deren Eier höher als beim Baummarder. Ein großer Anteil seiner Nahrung besteht aber auch aus Obst und Beeren sowie Aas. Da er das Gehirn besonders schätzt, findet man bei einem Marderriss häufig das Beutetier ohne Kopf, den er mit einem glatten Biss abtrennt, um ihn in einem ruhigen Versteck verzehren zu können.
Seine Losung setzt er, wie der Baummarder, auf erhöhte Plätze, diese riecht äußerst streng.

Steinmarder

Baummarder (Martes martes)
Länge: 40-50 cm
Schulterhöhe: bis 15 cm
Gewicht: bis zu 2 kg
Gebiss: 38 Zähne
Gehört zur Familie der Marderartigen (Mustelidae). Er ist etwas kleiner als der Steinmarder.
Gruppe der echten Marder.
Baummarder sind im stärkeren Ausmaß als andere Vertreter der Echten Marder Baumbewohner. Sie können sehr gut klettern und springen, wobei sie bis zu vier Meter überwinden können. Beim Klettern sind sie in der Lage, ihre Füße um 180 Grad zu drehen. Sie legen in ihrem Revier einige Nester an, vorrangig in Baumhöhlen, manchmal aber auch in verlassenen Eichhörnchenkobeln oder Greifvogelnestern. In diese Ruheplätze ziehen sie sich tagsüber zurück, in der Dämmerung und der Nacht begeben sie sich auf Nahrungssuche.
Sie sind territoriale Tiere, die ihr Revier mit dem Sekret ihrer Anal- und Abdominaldrüsen markieren. Gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen verteidigen sie ihre Reviergrenzen, das Territorium eines Rüden kann sich aber mit dem mehrerer Fähen überlappen. Die Reviergröße ist sehr variabel, die der Rüden ist aber stets größer als die der Fähen. Mit Ausnahme der Ranzzeit im Juli/August leben der Rüde und die Fähe getrennt. Die Fähe geht einschließlich der Eiruhe ca. neun Monate dick und bringt zwischen März und April zwei bis vier fast nackte ca. 30 g schwere Junge zur Welt. Diese öffnen ihre Augen nach 34–38 Tagen. Säugezeit ca. acht Wochen. Geschlechtsreife mit 18–24 Monaten. Er bewohnt häufig hohle Bäume, alte Vogelnester, Eichhörnchenkobel oder Spechthöhlen.
Als Unterscheidungsmerkmale gegenüber dem Steinmarder dienen der rundlich geformte gelbliche Kehlfleck, die größeren Ohren, der schwarze Nasenschwamm sowie beim Schädelknochen die Auswölbung des letzten Molaren im Oberkiefer. Der Schwanz ist relativ lang und buschig, er dient als Gleichgewichtsorgan beim Klettern und Springen. Das Trittsiegel unterscheidet sich durch einen nicht sehr sichtbaren Ballenabdruck, da seine Branten viel stärker behaart sind. Seine Sinne sind hervorragend ausgebildet. Die Meinung, dass Baummarder sich hauptsächlich in den Baumkronen bewegen, ist falsch. Er benützt in regelmäßigen Zeitabständen immer wieder die gleichen Pässe und legt nachts beachtliche Strecken zurück.
Zu seiner Beute zählt alles, was er bezwingen kann. Hase, Kaninchen, Eichhörnchen, Vögel und deren Gelege, Mäuse und Ratten. Ein großer Anteil seiner Nahrung besteht aber auch aus Obst und Beeren sowie Aas. Da er das Gehirn besonders schätzt, findet man bei einem Marderriss häufig das Beutetier ohne Kopf, den er mit einem glatten Biss abtrennt, um ihn in einem ruhigen Versteck verzehren zu können. Seine Losung riecht stark nach Moschus und wird mit Vorliebe auf Erhöhungen abgesetzt. Bestand: als Kulturflüchter sehr abhängig von großen ruhigen Waldbeständen, daher gebietsweise gefährdet.

Baummarder