Rehwild
Rehwild (Capreolus capreolus)
Schulterhöhe: bis 75 cm
Gewicht: Bock bis 30 kg, Geißen bis 25 kg
Gebiss: 32 Zähne
Das Reh ist in Mitteleuropa der häufigste Vertreter der Hirsche. Das Reh unterliegt dem Jagdrecht und wird dort dem Schalenwild zugeordnet. Das männliche Tier wird Bock genannt, das weibliche Tier nach Vollendung des ersten Lebensjahres Schmalreh und in den folgenden Jahren Geiß. Das Junge heißt im ersten Lebensjahr Kitz. Die Kitze werden nach Geschlecht als Bockkitz und Rickenkitz unterschieden. Der Zahnwechsel in das Dauergebiss ist mit spätestens 15 Monaten beendet.
Geschlechtsreife erfolgt mit ca. acht Monaten. Die Brunft (Blattzeit) ist von Mitte Juli bis Mitte August. Durch die so genannte Eiruhe (Fötus entwickelt sich erst ab Dezember), beträgt die Tragzeit ca. zehn Monate. Gesetzt werden ein bis zwei Kitze, selten drei.
In Deutschland die häufigst vorkommende Schalenwildart. Das Reh ist sehr anpassungsfähig und deshalb ein erfolgreicher Kulturfolger.
Als Bewegungsseher, es vernimmt und windet sehr gut, äugt Rehwild sehr schlecht. Rehe bevorzugen Bereiche mit ausreichender Deckung und Äsungsvielfalt, wie Buschwerk und abwechslungsreiche Waldrandzonen. Bezüglich der Ernährungsweise spricht man von einem Konzentratsselektierer. Der Nahrungsbedarf beträgt beim Rehwild ca. vier bis fünf kg Futter, die in bis zu zwölf Äsungsperioden täglich aufgenommen werden. Dabei ist das Rehwild sehr wählerisch, man spricht von naschhaft. Nur die zartesten Blüten und Triebe werden angenommen. Im Winter vereinigen sich Rehe zu Familienverbänden( „Sprünge“ genannt). Territorialität ist nur bei Böcken bekannt, und dies auch nur vor der Brunft bis Mitte August, wenn die Einstände als Reviere neu bezogen und auch verteidigt werden, und während der Brunft (Blattzeit). Beim Markieren ihrer Reviere verwenden sie Duftdrüsen an Kopf und Beinen und auch Urin. Außerhalb dieser Zeiten leben insbesondere ältere Böcke einzelgängerisch und verteidigen ihr Revier nicht, sind jedoch relativ standorttreu.

