Feldhase
Feldhase (Lepus europaeus)
Länge: bis zu 65 cm
Gewicht: bis zu 5,5 kg
Gebiss: 28 Zähne
Gehört zur Familie der Hasenartigen.
Der Feldhase ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, vor allem am Anfang der Fortpflanzungszeit im Spätwinter und im Frühjahr aber auch tagaktiv. Die Tiere sind außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger und ruhen am Tag in flachen, meist gut gedeckten Mulden. Bei Gefahr „drücken“ sie sich bewegungslos an den Boden und ergreifen erst im letzten Moment die Flucht. Feldhasen erreichen dabei über kurze Distanz Geschwindigkeiten bis zu 70 km pro Stunde und springen bis zu 2 m hoch. Die Tiere können auch gut schwimmen. Im Gegenteil zu den Nagetieren besitzten die Hasenartigen ein zweites Schneidezahnpaar, die so genannten Stiftzähne. Vom Wildkaninchen durch die langen Löffel mit schwarzer Spitze, den hochläufigen Körperbau sowie von hinten an der bei Flucht verdeckten Blume gut zu unterscheiden.
Da die Häsin dreimal, seltener viermal setzt, geht die Rammelzeit von Januar bis in den August hinein. Nach einer Tragzeit von ca. 42 Tagen werden zwei bis vier behaarte, sehende, ca. 130 g schwere Junge an verschiedenen geschützte Stellen geworfen.
Junghasen sind Nestflüchter und werden nur zwei- bis dreimal pro Tag während der Säugezeit (ca. 35 Tage) von der Häsin besucht. Durch die Tarnfärbung, die geringe Witterung und die angeborene Fähigkeit, sich bei Gefahr regungslos zu drücken, sind sie vor Feinden einigermaßen geschützt. Nach Ablauf der Säugezeit sind die Hasen selbstständig. Der Rammler beteiligt sich nicht bei der Aufzucht. Geschlechtsreif werden Feldhasen mit neun Monaten. Mit zehn Monaten sind Feldhasen ausgewachsen. Dies erkennt man am Fehlen des Strohschen Zeichens, einer knotenartigen Verdickung an der Außenseite des Vorderlaufs etwas oberhalb der Fußwurzel. Dem Alter entsprechend werden Hasen als Quarthase (ein bis zwei Monate), Halbhase (zwei bis drei Monate), Dreiläufer (drei bis vier Monate) und Junghase (vier bis neun Monate) bezeichnet. Feldhasen ernähren sich wie alle Echten Hasen ausschließlich pflanzlich, sie fressen grüne Pflanzenteile, aber auch Knollen, Wurzeln und Getreide sowie vor allem im Winter die Rinde junger Bäume. Neben der eigentlichen Losung, die als ca. 14 mm große, harte, hellgraue/hellbraune Kugeln mit sichtbarem Rohfaseranteil ausgeschieden werden, gibt es auch die Blinddarmlosung. Die weiche, vitamin-, bakterien- und spurenelementereiche Losung wird im Blinddarm produziert und vom Hasen wieder aufgenommen und verschluckt. Feinde: Fuchs, Dachs, Marder, Wiesel, Iltis, Habicht, Eule, Krähe, streunende Hunde und Katzen. Die intensive Landwirtschaftsnutzung, Einsatz von Bioziden und der Straßenverkehr setzen den Feldhasen stark zu. Es überleben nur 25 % des Besatzes ihr erstes Lebensjahr.

