Federwild
Stockente (Anas platyrhynchos)
Länge: 54–58 cm
Spannweite: 88–92 cm
Gewicht: 1000–1200 g
Die Stockente ist die größte und am häufigsten vorkommende Schwimmente Europas. Sie besiedelt sowohl Gewässer aller Art in der Stadt als auch Kleinstgewässer in der Ackerflur. Ähnlich anspruchslos ist sie in ihrer Nahrung. Hauptnahrung sind Wasser- und Landpflanzen, Samen, Eicheln, Bucheckern sowie Getreide, im Sommer aber auch Schnecken, Würmer, Kaulquappen und Krebse. Die männliche Ente wird Erpel genannt. Das Prachtkleid des Männchens ist grau mit brauner Brust, bräunlichem Rücken und schwarzen Ober- und Unterschwanzdecken. Der Kopf ist metallisch grün mit weißem Halsring darunter, der Schnabel grün-gelb. Am Hinterrand der Flügel befindet sich ein metallisch blaues, weiß gesäumtes Band, der „Spiegel“. Die Schwanzspitzen sind aufgerollt (Erpellocken). Das Männchen trägt im Zeitraum zwischen Juli und August sein Schlichtkleid und sieht dabei dem Weibchen zum Verwechseln ähnlich. Lediglich die Schnabelfärbung liefert den Hinweis auf das Geschlecht: der Schnabel des Männchens ist weiterhin deutlich gelb, wogegen der Schnabel des Weibchens dunkelgrau bis braun ist.
Bereits im Spätherbst findet die so genannte Verlobungszeit statt, die im Frühjahr mit der so genannten Reihzeit beendet ist. Fremde Erpel bedrängen dabei die Weibchen und werden vom dazugehörigen Erpel ständig verfolgt und verscheucht. Dabei kann es zu einem Hintereinanderreihen mehrerer Erpel bei einer Ente kommen. Nach der Paarung ziehen die Erpel in die Mauserquartiere. Sie nehmen nicht am Brutgeschäft teil. Das Nest kann sowohl im Schilf am Boden, als auch in Kopfweiden, Löchern in Parkmauern oder Fichtendickungen sein. Bei Verlassen des Nests wird es von der Ente sorgfältig zugedeckt. Das Gelege kann zwischen sieben und elf olivbraune Eier enthalten, die im Durchschnitt 28 Tage bebrütet werden. Die Küken sind Nestflüchter und nach acht Wochen flugfähig.
Feinde: hauptsächlich während der Brutzeit Fuchs, Marderartige, Wanderratten und Rabenvögel.


Rabenkrähe (Corvus corone)
Größe: ca. 45 cm
Gewicht: ca. 500 g
Die Rabenkrähe besitzt ein schwarzes, bläulich schimmerndes Gefieder. Der schwarze Schnabel ist dick, der Oberschnabel vorne gebogen. Der Stoß ist gerade. Die Beine sind ebenfalls schwarz. Sie sind über ganz Europa verbreitet. Rabenkrähen sind in offenen Kulturlandschaften sowie an Waldrändern, in Parks und Städten zu finden. Sie sind typische Kulturfolger.
Rabenkrähen sind Allesfresser und ernähren sich wie andere Krähenvögel, beispielsweise Elster oder Eichelhäher neben Aas auch von Abfällen, Eiern und Jungvögeln. Zum Nahrungsspektrum gehören jedoch auch Getreide, Samen und Früchte. Außerhalb der Brutzeit leben Aaskrähen vergesellschaftet in kleineren Schwärmen, die sich wiederum besonders in der Abenddämmerung zu größeren Schwärmen vereinen, sofern sie ihre gemeinsamen Schlafbäume anfliegen. Zur Brutzeit - beginnend ab etwa März - bilden die Krähen zum einen Brutpaare, die sich von den Schwärmen distanzieren und auf ihr Brutgebiet beschränken, sowie kleine so genannte Nichtbrüter-Schwärme, aus jugendlichen Tieren. Bekannt sind diese blau-schwarz glänzenden Vögel durch ihre "Kräh"-Rufe. Sie erreichen ein Alter von bis zu 19 Jahren im Freiland und bilden monogame Paare, die in der Regel bis zu ihrem Lebensende zusammen bleiben. Ihre großen Nester sind in den Kronen hoher Bäume oder auf Strommasten zu finden. Oft am Waldrand, in baumbestandener Ackerlandschaft oder großen Parkanlagen in der Stadt. Das Weibchen brütet in 18 bis 20 Tagen vier bis sechs Junge aus. Diese sind nach vier bis fünf Wochen flügge.


Eichelhäher (Garrulus glandarius)
Größe: ca. 34 cm
Gewicht: ca. 150 g
Der Eichelhäher ist unser bekanntester Waldvogel.
Der sehr aufmerksame Vogel hüpft geschickt auf den Ästen im Kronenbereich umher, um mit seinem Warnruf die Anwesenheit von Menschen oder anderen Gefahren zu verkünden. Sein Alarmruf besteht aus einem unüberhörbaren rauen, kreischenden Rätschen. Sein üblicher Ruf ist ′dchää‘, ′dchää‘, hin und wieder kann man auch ein bussardartiges ′piüü‘ vernehmen. Ansonsten ist sein Gesang leise schwätzend. Der Eichelhäher ist in der Lage, Stimmen anderer Vögel oder Geräusche nachzuahmen.
Er gilt als einer der schlechtesten Flieger, der das Überfliegen größerer freier Flächen soweit es geht vermeidet.
Der Baumbrüter legt im April/Mai fünf bis sechs Eier, die ca. 17 Tage von beiden Partnern abwechselnd bebrütet werden.
Der Eichelhäher gilt als arger Nesträuber unter den Kleinvögeln. Daneben zählen Würmer, Beeren, Eicheln, Nüsse und Bucheckern zu seiner bevorzugten Nahrung.
Er legt sich kleine Depots aus Eicheln und Bucheckern im Waldboden unter Moos an. Dadurch, dass er manche Verstecke vergisst, trägt er zur Verbreitung dieser Baumarten bei (so genannte Hähersaat).

